Thanks, but no thanks.

Iam

 

Vorab: Ich weiss, das tut man nicht. Aber ich bin nun mal neugierig. Und wenn mir mein Vordermann im Tram sein Handy quasi entgegenstreckt und ich trotz Sehschwäche seine SMS lesen kann, komme ich nicht umhin. Zugegeben, es war etwas hart, alles zu entziffern und ich gebe auch keine Gewähr, dass sich der Wortlaut genau zu 100% so verhalten hat. Aber folgender Auszug ist ziemlich nah dran:

Jasmin Whatever:

“We could meet again if you are still interested.”

Gutaussehender Typ vor mir:

“Jasmin, don’t get this wrong but I don’t think this will be possible. I’m really busy at the moment. First, I won the lottery and therefore I will move to Mexico soon, install myself in a beachhouse and do some trading. I guess there wont be any room for a date in the meantime…”

Weiter kam ich leider nicht. Aber das brauchte ich auch gar nicht, denn ich habe mir sogleich Jasmin beim Lesen der Nachricht vorgestellt. Die freudige Erwartung, als sie sah, dass er zurückgeschrieben hatte. Erster Unmut nach dem Lesen der aussichtlosen Eröffnungsfloskel. Und dann die harte Wahrheit: Nicht nur, dass der Typ sie offensichtlich verschmäht hatte. Nein, ihr war auch noch ein Millionär durch die Lappen gegangen!

Einzig die Frage bleibt, ob Jasmin die charmante aber klare Abfuhr durchschaute oder sich noch immer über die verpasste Chance grämt.

Und die Moral von der Geschichte? Sei Dir immer bewusst, dass dein Hintermann im Tram Deine SMS mitlesen kann. Und wieso hab ich den Typen eigentlich nicht angesprochen?

 

Gastronomie für Anfänger.

Image

Bild: http://www.bernerhof-zuerich.ch

 

Ein Drama in drei Akten.

 

Akt 1 – Ignoranz

Auftritt der fünf Freunde. Sie schreiten durch den Vorhang auf die Bar im Rimini-Zelt zu. Und werden ignoriert. Sie versuchen Blickkontakt herzustellen. Der Mann hinter der Theke ignoriert sie weiterhin. Der Mann kommt hinter der Theke hervor. Und geht an den Freunden vorbei. Schweigend.

Der Mann kommt zurück. Einer der Freunde stellt sich dem Mann couragiert in den Weg. Der Mann scheint konsterniert.

Freund 1: “Guten Abend, wir haben eine Reservation. Fünf Personen, Fondue Chinoise.”

Mann (immer noch konsterniert, blickt auf einen Zettel auf der Bar): “Fünf Personen? Nein, da haben wir keine Reservation.”

Freund 1 (blickt ebenfalls auf den Zettel): “Doch, da steht doch unser Name.”

Mann (genervt): “Sie haben für Käse-Fondue reserviert, gehen sie nach hinten zum Steg durch. Hier sind sie falsch.”

Freund 1 (immer noch höflich): “Nein, haben wir nicht. Da scheint eine Verwechslung vorzuliegen. Wir haben im Zelt für Fondue Chinoise reserviert”.

Mann (fühlt sich nun überhaupt nicht mehr zuständig): “Sprechen Sie mit dem Chef. Der ist ganz hinten am Steg bei der Bar. Gehen sie mal dahin.”

Der Mann dreht sich ab und verschwindet. Nun sind die Freunde konsterniert.

 

Akt 2 – Impertinenz

Die fünf Freunde (nun ebenfalls langsam genervt) schreiten nach ganz hinten und suchen nach dem Chef.

Freund 2 zur vermeintlichen Chefin: “Entschuldigung, da scheint es einen Fehler bei unserer Reservation gegeben zu haben.”

Frau: “Ihr habt Käse-Fondue reserviert.”

Freund 2: “Nein, haben wir nicht. Wir haben Chinoise im Zelt reserviert.”

Frau (zögernd): “Äh. Wir haben hier einen Tisch draussen für euch. Ich muss aber abklären ob wir hier Chinoise servieren können. Wartet mal hier.”

Die Frau verschwindet. Die Freunde warten. Der Mann von vorhin geht schweigend an ihnen vorbei. Auch die Frau. Immer wieder. Nichts geschieht. Zehn Minuten vergehen. Freund 3 wird langsam sehr ungeduldig. Mittlerweile sind 20 Minuten vergangen. Die Frau steht wieder direkt neben ihnen und schaut in ihr Reservationsbuch.

Freund 3 (absichtlich laut, damit die Frau es hört): “An einem anderen Ort hätte man uns wenigstens etwas zu Trinken offeriert, wenn man schon so lange Warten muss.”

Nichts geschieht. Die Frau geht schweigend an den Freunden vorbei.

 

Akt 3 – Glückliche Fügung

Freund 3 (nun sichtlich genervt, ruft im Berner Hof an): “Guten Abend. Bitte entschuldigen sie die ungewöhnliche Frage aber sie hätten nicht zufälligerweise in 10 Minuten einen Tisch für fünf Personen zum Fondue Chinoise frei? Ein anderer Gastrobetrieb scheint uns nicht bewirten zu wollen.”

Freundlicher Mitarbeiter vom Berner Hof (sichtlich amüsiert und herzlich): “Aber sicher, das ist doch gar kein Problem. Sie können sehr gerne zu uns kommen. Wir kriegen das schon irgendwie hin. Sie sind herzlich willkommen.”

Freund 4 schreitet auf die Frau zu, um aus Höflichkeit eine Absage zu erteilen. Diese dreht sich um und bemerkt in diesem Moment, dass sie die wartende Gruppe aber sowas von vollends vergessen hatte.

So schritten die fünf Freunde dann zum nächsten Lokal und assen ein vorzügliches Fondue Chinoise, tranken erlesenen Wein und liessen es sich so richtig gut gehen. So gut hätte es im Rimini gar nie kommen können.

 

Epilog

Und seither erzählen die fünf Freunde all ihren vielen Freunden und Bekannten, wie toll es im Berner Hof war und wie beschissen im Rimini.

Füdlibürger

hintern-in-busch

Ich bedanke mich beim Beobachter Natur für das aktuelle Fokus-Thema „Der Körper der Schweiz“, Ausgabe vom Mai 2013.

Dank diesem Artikel weiss ich nun, dass man gewisse Schweizer ganz legitim Füdlebürger nennen darf. Denn das Dorf „Füdle“ gibt es tatsächlich. Und wenn ich das nächste Mal jemandem frage, ob er ein „Schnäbeli“ sei, ist dies keine Beleidigung, sondern vielmehr die Vermutung, dass er aus dem Kanton Uri stamme. Viel Spass machen mir auch die Walliser: Dort kann man nämlich selber entscheiden, ob man ein „Chline Arsch“ oder Grosse Arsch“ sein will, je nach Postleitzahl. Es wäre interessant zu wissen, wie sich die Bürger dieser Gemeinde nennen. Das Selbe gilt auch für die “Arschwalder” (?) aus St. Gallen und die “Rotzlöcher” (?) in Nidwalden.

Ob früher in “Frauental” (ZG), “Frauenwald” (SG) und “Frauenholz” (SO) nur Amazonen gewohnt haben, geht aus dem Artikel nicht hervor. Und ob die Gemeinden “Schnauz” und “Lippen” (beide im Kanton Zürich) Nachbarsdörfer sind, leider auch nicht. Wie “Armbrüchli” und “Schweissbrune” im Thurgau zu ihren Namen gekommen sind, will ich jedenfalls lieber nicht wissen.

Aber ich habe mir fest vorgenommen, demnächst zu einem der drei “Hirni” zu wandern. Vielleicht hilfts ja.

Vogelstimmen-Quiz: Wer zwitschert denn da?

singvoegel_formation_ornament_kl

Bild: Marie Emmermann, Skizzomat Studio Berlin, www.skizzomat-diary.de

 

“Erkennen Sie die tapferen Vögel, die den Winter über hier ausharren? Das Zwitscher-Quiz wird Ihre Vorfreude auf den Frühling beflügeln!” – So kürzlich gelesen in einem Onlinebericht.

Meine Vorfreude auf den Frühling? Pah! Man kann sich vorstellen, wie gross meine Freude war, als ich letzthin vom Sonnenaufgang an mit den schrillsten Tönen beschallt wurde. Ich war der festen Überzeugung, dass es sich ein Bataillon Singvögel vor dem Rolladen meines Schlafzimmerfenster bequem gemacht hatte. Nein, eigentlich war ich angesichts der produzierten Töne fast sicher, schamlos kopulierendes Federvieh auf meinem Fensterbrett vorzufinden.

Doch nein, die brünftige Horde sass – mit wohlkalkuliertem Sicherheitsabstand – im nächsten Baum und schrie sich die Seele aus dem Leib.  Rotkehlchen, Meisen, Spatzen und was sonst noch das Ornithologen-Herz höher schlagen lässt, hatte sich da für den ersten Frühlings-Gang-Bang eingefunden. Und nein, die Viecher zwitscherten nicht lieblich vor sich hin. Sie stiessen die absonderlichsten Laute aus ihren kleinen Körpern hervor. Lauter stimmgewaltige Christina-Aguilera-Sperlinge, die wohl zum Frühstück an verdorbenem Vogelfutter genascht hatten und sich im Rausch nun kaum mehr zurückhalten konnten.

Von überall schrie es in mein Zimmer „Ich bin parat! Ich bin sowas von parat! Hört mich jemand? Ich bin voll parat! Jetzt aber Hüüü! Bitte! Denn ich bin doch soooo paraaaaaat!”

Ich war auch parat. Und nahe dran, meine alten Pantoffeln aus dem Fenster zu schmeissen. Im letzten Moment hielt ich aber inne. Denn die frivole Truppe hätte es sich doch einfach darin gemütlich gemacht und meine Plüsch-Finken in eine kuschlige Swinger-Bar umfunktioniert. So weit kommts noch!

Deshalb mein Aufruf an alle felinen Vierbeiner: Liebe Miezekatzen dieser Welt, vereinigt Euch und macht diesem Wahnsinn ein Ende!

Und ich pfeif ab sofort auf den Frühling!

Virale Beziehung

20130210-190517.jpg

Liebe Grippe

Es tut mir leid, aber das wird mir langsam alles zuviel. Du erdrückst mich mit Deiner Zuneigung, denn Du hast mir in den letzten Monaten kaum Zeit für mich allein gelassen.
Obwohl mir in Deiner Anwesenheit noch immer heiss und kalt wird und Du meine Augen bei jedem Wiedersehen zum Glänzen bringst: Nun muss Schluss damit sein.

Unsere Wochenenden im Bett müssen ein Ende haben, so geht das nicht weiter. Auch meine Freunde beschweren sich bereits, dass sie mich wegen Dir so selten zu Gesicht bekommen.

Deine ständige Stalkerei ist schädlich für meine Gesundheit. Durch Pretuval liess ich Dir dies bereits mehrfach ausrichten. Ich bitte Dich somit ein allerletztes Mal, mich in Zukunft in Ruhe zu lassen. Gleichzeitig werde ich alle notwendigen Schritte einleiten um zu erwirken, dass Du mir nicht näher als 50 Meter kommen darfst. Echinaforce Protect wird mir dabei beistehen.

Ich bin mir sicher, Du wirst jemand anderen finden.

Madame Malagrippe

ZRH – BKK // BKK – ZRH

69C3VF27SNCSR_275DO47H_PL_L_LS

Über die Festtage zog es mich wieder einmal an die Wärme. Fröhlich hüpfte ich in meinen Swiss-Flieger, um Momente später festzustellen, dass es sich wohl um ein Vorgroundingmodell handelte. Beinfreiheit in der Holzklasse verschwindend klein, glücklicherweise aber mit selber anwählbaren Inflight-Entertainment-System. So meinte ich jedenfalls. Nachdem mein Bildschirm auch 15 Minuten nach dem Start schwarz blieb, erlaubte ich mir, die Stewardess, äh, Hostesse, äh Flight Attendant, darauf anzusprechen. Ich bin mir nicht sicher, ob sie altersbedingt an Schwerhörigkeit litt oder mich einfach nur ignorierte. Jedenfalls bekam ich keine Antwort. Brüskiert über ein solches Verhalten bei der Swiss, sprach ich sie beim nächsten Durchgang nochmals lauter darauf an. Ein Genörgel erster Klasse: Ich wies sie darauf hin, dass die Platzverhältnisse in diesem Flieger katastrophal seien (ganz anders als bei Thai Airways). Was sie mit einem schnippischen „Ich weiss nicht, wie es bei anderen Airlines ist.“ quittierte. Bitch, are you serious? Doch dann kam ich zu meinem Hauptanliegen: wann denn nun endlich das Entertainment-System gestartet werde. Darauf wusste sie leider keine Antwort, der Pilot werde aber informieren. Mir schwante Böses und so war es auch: Auf Grund technischer Probleme benötigte das System einen Neustart. Und das tat es dann auch. Ausgiebig. Die nächsten zehn Stunden lang.

So war ich umso erfreuter festzustellen, dass mein Rückflug zwei Wochen später durch Thai Airways ausgeführt wurde. Der Abstand zum Sitznachbarn war grösser. Ich war erfreut. Nur leider verunmöglichte die Entertainment-Box unter dem Sitz des Vordermannes ein anständiges Strecken der Beine. Dafür lief das System einwandfrei. Ungefähr eine halbe Stunde lang. Und dann, ja dann, traten technische Probleme auf. Wohl die Selben, wie bei der Swiss. Karma?

Ich wünschte wirklich, ich hätte Pam Ann mit an Bord gehabt.

Karl the Cool

tumblr_m8p4skx7Jb1qaxihzo1_1280

Schwer vorzustellen aber ich glaube, Herr Lagerfeld ist mein Seelenverwandter. Manchmal spricht er mir nämlich aus der Seele:

“Kinder reden doch immer Stuss. Deshalb hasste ich als Kind andere Kinder. Ich spielte nie mit Gleichaltrigen, fand mich selbst total doof. Klein zu sein, empfand ich als die größte Zeitverschwendung im meinen Leben.”

“Ich gebe allen Kindern, die ich treffe, denselben Rat, den ich als Kind bekommen habe: Entweder du machst auf erwachsen oder du hältst den Mund.”

“Meine Schwester verstand es sehr gut, die Kühe zu melken. Sie durfte es auch, ich nicht. Ich fühlte mich deshalb benachteiligt. Natürlich sprechen wir heute noch miteinander. Meine Schwester ist ein Engel, eine Heilige. Ich bin ganz das Gegenteil von ihr: Faul und egoistisch. Aber sie lebt in Amerika, das ist wie auf einem anderen Planeten. Dort ist sie total untergegangen. Sie will ihren Mann nicht einen einzigen Tag im Leben allein lassen, sie hat ganz reizende, nette Kinder.”

“Was ich sage, ist nur gültig, wenn ich es gerade gesagt habe. (…) Nehmen Sie das, was ich sage, bitte nicht so ernst. Wenn ich jetzt etwas sage, kann ich mich vielleicht morgen daran nicht mehr erinnern. Morgen bin ich schon ein ganz anderer Mensch.”

“Ich habe mir nie besonders viele Gedanken über die Entwürfe gemacht. Sie flossen mir aus der Hand. Ich stand nie unter Druck. Stress – kenne ich auch nicht. Ich kenne nur Strass. Ich bin in der Modebranche.”

“Wie man nachts gut schläft, hat mir meine Mutter schon als Kind beigebracht: Die ganze Welt muss einem egal sein. Dann schläft man sehr gut.”

“Ich halte mich wirklich nicht für ein Genie. Ich finde sogar, unter uns gesagt, ich hätte viel mehr aus mir machen können. (…)  Das hat schon meine Mutter gesagt.  Um sie zu zitieren: Du hättest mehr aus dir machen können, aber bei deinem Mangel an Ehrgeiz ist es schon okay, was du geschafft hast.”

Auf den Geschmack gekommen? Dann empfehle ich Breuninger? Kenn ich nicht.