Million Dollar Nonsens

Ich bin ein bekennender Fan von Trash-TV. Vor allem Casting-Formate haben es mir angetan. So hab ich mich sehr darüber gefreut, dass ich gestern Zeit fand, mir Bar Refaelis neue Show „Million Dollar Shootingstar“ anzusehen. Die besagte Show, welche nach Heidi Klums persönlicher Intervention von „ihrem“ Sendeplatz auf Pro7 nach Sat1 verlegt werden musste. Meine Erwartungen waren somit hoch: Ein echtes Topmodel als Host, international erfahrene Models als Teilnehmer. Grandiose Schauplätze als Shooting-Location.

Und dann das.

Bar scheint mir ja eine sympathische Person zu sein, dennoch wurde ich das Gefühl nicht los, dass man ihr etwas in Wasser getan hatte (einen Cocktail von Xanax und Extasy um genau zu sein). Und dann Peyman, den ich als Co-Juror bei Heidi ja noch irgendwie okay fand, hier aber zur absoluten Schiessbudenfigur mutiert. Oder was soll ich sonst von einem „internationalen Modelagenten“ halten, der schlechte Witze über sein noch schlechteres Englisch reisst?

Und dann der Gipfel: Die international erfolgreichen Models. Muahahaha. Da gibt es die Alten (entschuldigung, aber jenseits Mitte Zwanzig ist für ein Model nun mal einfach methusalemisch), die Katalog-Models (vornehmlich Dessous, was auch alle gerne verkünden) und die Billigen (oder was bitte hat Amy, das „Rock-Model“, mit Silikonhupen und Earplugs da zu suchen? Die kann dann leider beim Shooting auch nur Duck-Face machen, was Bar natürlich sofort auffällt).

Und dann gibt es da noch ein alterndes Model, welches bislang im Hotel gewohnt hat und sich alles kauft, was es haben will. Am Nachmittag lästert sie noch darüber, wie unprofessionell die anderen wären. Das Shooting im Toten Meer macht sie dann aber nicht mit: zu anstrengend. Bei der Aussprache mit Bar geht die 28-jährige in Tränen auf und schluchzt, dass sie wohl nun wegen ihrem Alter am Ende ihrer Karriere angelangt ist. Bar nimmt sie peinlich berührt in den Arm und denkt sich wohl „welche Karriere?“. Und ich denk mir: „Von was konnte die es sich leisten, im Hotel zu wohnen? Reicher Papa?“.

Zum Glück gibt es da noch die Quoten-Exotin mit dem androgynen Look und Tattoos, welche von sich sagt, dass sie keinen Sport mache, Alkohol liebe und manchmal auch betrunken auf dem Set erscheint. Bar ist begeistert von ihrem „Editorial“-Look, möchte aber beim Shooting unbedingt ihre sanfte Seite sehen. Bei der Urteilsverkündung wird dann aber doch ein sehr maskulines und hartes Bild ausgewählt. Sogar das Model ist überrascht.

Fazit: Die Frauen können pro Folge 100’000.- gewinnen, was in Anbetracht der Aufmachung und dem Unterhaltungswert der Sendung – von der Qualität der Models ganz zu schweigen – vööööllig überzahlt ist.

Und doch werde ich das nächste Mal wohl wieder einschalten. Obwohl ich ehrlich sagen muss: So hohl ich die Klum auch finde, irgendwie ist es doch unterhaltsamer, Model-Anfängerinnen mit ihren High-Heels herumstolpern zu sehen, als Möchtegern-Profimodels zuzuhören, welche über ihre vermeintliche Erfahrung berichten.

Schliifts…?

Es war einmal ein Mädchen, das lernte einen Jungen kennen. Wie sich später herausstellte, muss das Mädchen zu diesem Zeitpunkt unglaublich betrunken gewesen sein. Denn sie gab ihm ihre Nummer. Ein Fehler. Aber alles der Reihe nach:

Nach einer heiteren durchzechten Nacht in einem Kanton fern von Zürich, piepste also des Mädchens Handy und vermeldete einen fröhlichen Gruss des Jungen. Ihr Kopf schmerzte zwar noch arg aber ja, sie erinnerte sich an ein längeres Gespräch. Kribbeln im Bauch stellte ich aber keines ein. Da beging sie einen weiteren Fehler: Anstatt die Nachricht zu ignorieren, sendete sie anstandshalber eine höfliche Nachricht zurück. Prompt piepste das Handy wieder: wie es denn geht und ob man sich wieder treffen möchte, wollte der Junge wissen. Da es tatsächlich noch nicht so gut ging, legte sie das Handy erst mal weg und vergass die Nachricht. Bis einen Tag später die nächste kam: zufälligerweise sei man eben in Zürich und ob sie spontan Zeit hätte. Hatte sie nicht. Doch der Junge liess nicht locker und schrieb ihr weiterhin jeden Tag eine Nachricht. Und manchmal sogar zwei. Und da beging sie den dritten Fehler. Sie gab ihm eine Chance.

Das Date. Ihr Lieben, lasst Euch etwas sagen. Es ist keine gute Idee, den Beruf des Gegenübers offen als “Seich” zu bezeichnen und die Vorzüges des eigenen zu betonen. Auch die Themen Verschuldung und Autos sind nicht optimal. Vor allem wenn man einen Monolog darüber hält. Und suboptimal ist auch die Aussage, dass man gar nicht verstehe, wie man in Zürich leben könne (zu teuer, zu unfreundlich, zu möchtegern), das gehe ja wohl gar nicht. Tja, das Mädchen versuchte erst, eine Lanze für ihren schönen Beruf zu brechen, dann beim Thema Auto einigermassen sinnvolle Beiträge zu leisten (die damit quittiert wurden, dass man ihr harsch ins Wort fiel) und auch für Zürich ein gutes Wort einzulegen. Und dann hatte sie es irgendwann satt, nett zu sein und fragte den Jungen unverblümt, wann denn sein Zug in sein achso viel schöneres Daheim fährt.

Da er tatsächlich völlig die Zeit vergessen hatte, kam der Aufbrauch abrupt. Die Verabschiedung gestaltete sich im Sinne des Mädchens: kurz, knapp und wenig herzlich. Mit einem befreiten Seufzer schritt sie zum Tram, dass sie in ihre völlig überzahlte Wohnung im schrecklichen Zürich bringen sollte. Da piepste das Handy. Völlig ungläubig blickte sie auf eine euphorische SMS des Jungen. Der Abend wäre ja so meeeeega gewesen und er freue sich totaal darauf, sie bald wieder zu sehen. Wie bitte? Das Wenige, dass er über sie erfuhr, hatte er schlecht gemacht und ihre gelangweilte Miene waren ihm nicht aufgefallen? Das war auch dem sonst höflichen Mädchen zu viel und sie beschloss, darauf nicht zu reagieren.

Am nächsten Tag piepste das Handy. Man wäre per Zufall in Zürich und es wäre schön, wenn er spontan vorbeikommen könne. Das Mädchen war perplex und es beschloss, deutlich zu werden. Nein, es hätte keine Zeit und die Agenda lasse auch in Zukunft keine weiteren Treffen zu. Ja, sie versuchte (leider) diplomatisch zu bleiben. Wohl noch ein Fehler, denn natürlich trafen in den nächsten Tagen regelmässig neue Nachrichten ein. Und irgendwann wurde es sogar dem höflichen Mädchen zu bunt und sie schrieb eine (vermeintlich) klare Nachricht: Sie hätte momentan andere Prioritäten wie ihn und wünsche ihm alles Gute. Oder übersetzt “Leave me the fuck alone”.

Das Handy piepte kurze Zeit später: Er hätte dafür volles Verständnis dafür und es wäre schön, wenn man sich bald wieder sehe… Sie ignorierte die Nachricht, darin hatte sie ja langsam Übung. Am nächsten Tag erreichte sie eine Facebook-Friendship-Anfrage. Dabei hatte sie ihm nicht mal ihren Nachnamen verraten. Sag mal, schliifts dem Depp???

Lieber Leser, deshalb hätte ich nun gerne Dein Meinung. Was meinst Du: Soll ich ihn einfach weiter ignorieren oder ihm doch besser gleich den Link zu diesem Text schicken?

Jeremy-Pascal? Nein danke.

Liebe S.

Ich könnte das gar nicht schöner schreiben als Du. Deshalb habe ich mir erlaubt, Dein Mail gleich hier zu integrieren. Ich hab mich nämlich köstlich amüsiert:

Ahoi my dear

Falls du mal nicht weisst über was du schreiben sollst, schreib doch einfach über Mütter, die Nicht-Mütter diskriminieren.
War gestern umzingelt von dieser Gattung und weiss nun, dass mein Leben ohne Mann und Kind keinen Sinn macht und ich nichts anderes als ein einsamer Mensch bin. Und dies wurde mir von einer Dame näher gebracht, die ihre Söhne Jamy (mit Y wohlgemerkt, nicht ie) und Jaden (wahrscheinlich auch mit Y) nennt.
 
Ach und mir wurde übrigens empfohlen, mich doch künstlich befruchten zu lassen, falls ich keinen Mann finde. Aber mit 32 soll ich mir noch keine Gedanken machen. Es gibt heutzutage auch NOCH ältere Frauen die Kinder kriegen. *lach* das hat mich sehr  beruhigt.

Meine Liebe, happy weekend und bis gli

S.

 

How to survive a Firmen-Weihnachtsessen

1) Such Dir einen Platz möglichst weit weg vom Boss. Ausser Du gehörst zur Gattung der Streber, deren Ruf sowieso bereits ruiniert ist, oder den (vermeintlich) naiven Mitarbeiterinnen, die sich immer ganz per Zufall auf, äh… neben, dem Schoss des Chefs wieder finden. 2) Wähle ein dezentes Outfit. Ausnahmen bilden da natürlich die Damen unter Punkt 1. Deren Bekleidung dient ja schliesslich auch zur besten Unterhaltung bei Tischgesprächen. 3) Trink mit. Du willst ja nicht als Spassbremse gelten. Männer sollten daran denken, dass ihre Attraktivität nicht mit der Höhe des Alkoholpegels steigt (ehrlich…). Frauen hingegen sollten beachten, dass sich der schwindende Gleichgewichtsinn nicht mit High-Heels verträgt. Unterwäsche zu tragen wäre deshalb ratsam (halte Dir Britney Spears vor Augen). 4) Auf das Erzählen von Witzen, Vorführen von Zaubertricks und Geschichten über chronische Leiden sollte verzichtet werden. Solche Themen gehören ausschliesslich an Familienfeste. 5) Auf den Tischen zu tanzen ist nur am Weihnachtsessen des Petit-Fleurs angebracht. 6) Solltest Du am „day-after“ doch auf einen Fauxpas angesprochen werden: Täusche Amnesie vor und wechsle gekonnt das Thema, indem Du lautstark verlauten lässt, Du hättest Boss X mit Mitarbeiterin Y verschwinden sehen.

Koalas stinken…

… und fühlen sich kratzbürstig an. War mal an der Zeit, mit ein paar romantischen Vorurteilen aufzuräumen. Vielleicht, weil ich mich heute gerade wie abgebildetes Exemplar fühle.

You’d better shut up

Männer. Manchmal finden sie einfach nicht die richtigen Worte, obwohl sie es wahrscheinlich gut gemeint hätten. Hier ein Auszug von Komplimenten und Nettigkeiten, welche meine lieben Freundinnen in ihrem Leben schon zu hören bekommen haben. Und sicher nie mehr hören wollen. Der Authentizität wegen in schweizerdeutsch, also ohne Rücksichtnahme auf Gummihälse mit mangelnden Schweizerdeutsch-Sprachkenntnissen. Und weil wir Frauen manchmal so unergründlich scheinen auch gleich noch mit den entsprechenden Gedanken. Also, was Männer manchmal lieber für sich behalten würden:

Während einem romantischen Candle-Light-Dinner: „Du magsch au no ässe, hä?!“. (Frau verschluckt sich und denkt: Will der mir etwa sagen, ich fresse wie ein Mähdrescher?)

Beim Kuscheln: „So luschtig, du häsch do so Delle am Oberschänkel, hesch gwüsst?“. (Frau denkt: Scheisse, wenn ihm klar wird, dass es Cellulite ist, verlässt er mich! Ich stell mich am besten schlafend.)

Zur Ex-Freundin: „Also mit dir bini würkli wäge dine innere Wärt zäme gsi!“ (Frau denkt: Was? Der Depp fand mich also hässlich? Naja, mein neuer Freund sieht sowieso auch besser aus.)

In der Küche: „Du häsch es richtigs Talänt defür, d’Gschirrpülmaschine izruume.“ (Frau denkt: Ein Muttersöhnchen! Frau sagt: Ich kanns Dir sogar beibringen.)

Im Gespräch: „Was? Du wirsch erscht Drissgi?“ Und dann wird auf Grund des empörten Gesichtsaudruckes des Gegenübers gleich noch nachgedoppelt: „Hey, ich mein das im Fall total positiv, will also, äh, Du würksch drum so riif…“. (Frau denkt: Arschloch. Frau sagt: Arschloch.)