Karl the Cool

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Schwer vorzustellen aber ich glaube, Herr Lagerfeld ist mein Seelenverwandter. Manchmal spricht er mir nämlich aus der Seele:

“Kinder reden doch immer Stuss. Deshalb hasste ich als Kind andere Kinder. Ich spielte nie mit Gleichaltrigen, fand mich selbst total doof. Klein zu sein, empfand ich als die größte Zeitverschwendung im meinen Leben.”

“Ich gebe allen Kindern, die ich treffe, denselben Rat, den ich als Kind bekommen habe: Entweder du machst auf erwachsen oder du hältst den Mund.”

“Meine Schwester verstand es sehr gut, die Kühe zu melken. Sie durfte es auch, ich nicht. Ich fühlte mich deshalb benachteiligt. Natürlich sprechen wir heute noch miteinander. Meine Schwester ist ein Engel, eine Heilige. Ich bin ganz das Gegenteil von ihr: Faul und egoistisch. Aber sie lebt in Amerika, das ist wie auf einem anderen Planeten. Dort ist sie total untergegangen. Sie will ihren Mann nicht einen einzigen Tag im Leben allein lassen, sie hat ganz reizende, nette Kinder.”

“Was ich sage, ist nur gültig, wenn ich es gerade gesagt habe. (…) Nehmen Sie das, was ich sage, bitte nicht so ernst. Wenn ich jetzt etwas sage, kann ich mich vielleicht morgen daran nicht mehr erinnern. Morgen bin ich schon ein ganz anderer Mensch.”

“Ich habe mir nie besonders viele Gedanken über die Entwürfe gemacht. Sie flossen mir aus der Hand. Ich stand nie unter Druck. Stress – kenne ich auch nicht. Ich kenne nur Strass. Ich bin in der Modebranche.”

“Wie man nachts gut schläft, hat mir meine Mutter schon als Kind beigebracht: Die ganze Welt muss einem egal sein. Dann schläft man sehr gut.”

“Ich halte mich wirklich nicht für ein Genie. Ich finde sogar, unter uns gesagt, ich hätte viel mehr aus mir machen können. (…)  Das hat schon meine Mutter gesagt.  Um sie zu zitieren: Du hättest mehr aus dir machen können, aber bei deinem Mangel an Ehrgeiz ist es schon okay, was du geschafft hast.”

Auf den Geschmack gekommen? Dann empfehle ich Breuninger? Kenn ich nicht.

PETA vs. Madame Maladroite

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Ich habe eine neue Leidenschaft. Sie heisst Barts. Fragezeichen? Dann geht husch auf barts.eu (aber Achtung: es besteht akutes Suchtpotential). Jedenfalls machen die, meiner Meinung nach, die wunderschönsten Kopfbedeckungen für kalte Wintertage. Und auch der Rest ist ziemlich cool. Angefixt wurde ich durch ein zauberhaftes Strick-Beanie mit applizierten zarten goldenen Schmetterlingen. Für dieses Teil habe ich den letzten Wochen ungelogen über ein dutzend Komplimente von Frauen erhalten. Es ist aber auch ganz entzückend. Den Herren der Schöpfung scheint dies wiederum bislang entgangen zu sein.

Anders bei meinem gestern erstandenen neuen Lieblings-Barts-Stück. Ich sah es bereits von weitem und dachte mir “Nein jö, ist es tatsächlich das, wofür ich es halte?”. Und so war es: ein kombinierter Hoodie-Schal aus flauschigem beigen Kunstpelz. Ich stülpte es mir zur Anprobe über den Kopf und wusste sofort: Du bist meins!

Voller Freude kuschelte ich mich heute Morgen also in meine Fellkapuze und schritt fröhlich und mit der Anmut einer russischen Zarin zum Tram. Dort warf mir eine junge Dame bereits den ersten (vermeintlich) bewundernden Blick zu. Ich fühlte mich sofort bestätigt und gratulierte mir zu meinem tollen Kauf. Bis ich dann im vollen Tram Platz nahm. Und mich plötzlich alle Leute anzustarren schienen. Frauen, Männer, Jung und Alt. Anfangs dachte ich noch, die Leute würden sich mit mir über meine tolle Kopfbedeckung freuen. Die Mienen sprachen aber irgendwie andere Bände.

Und da fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Mein geliebtes Fellmützenkragending sah wirklich gut aus. Zu gut. Wie Echtpelz halt. Und obwohl man meinen sollte, dass dies in Zürich nun wirklich niemanden mehr düpieren könne, so sieht die Realität anders aus. Am Paradeplatz (wie sinnig) setzte sich dann eine ältere Dame (auf den bis dahin leergeblieben Platz im vollen Tram) neben mich und verkündete laut: „Ja, sie müssen aber schön warm haben unter ihrer Kapuze, da bin gleich etwas neidisch, Sie!“ Mein Herz machte einen Sprung und aus mir sprudelte voller Stolz „Ja, ganz toll, erst gestern gekauft!“ Und da wir jetzt die Aufmerksamkeit aller Fahrgäste hatten, fügte ich laut hinzu: „Und das obwohl es KUNSTPELZ ist!“ Sie: „Nein wirklich? Ich habe also gedacht, der wäre echt!“ Auf diesen Steilpass hin blieb mir nichts anderes übrig als „JA, SO WIE ALL DIE ANDEREN HIER DRIN, DIE MICH AM LIEBSTEN MIT FARBBEUTEL BEWERFEN WÜRDEN!!!“ ins Tram zu brüllen. Und gleich bei der nächsten Haltestelle das Weite zu suchen.

Und wenn ich weitere Diffamierungen über mich ergehen lassen muss. Das Teil bleibt!