Seed of Chucky – 24.01.2007

Neulich an einem sonnigen Sonntag in einem Brunch-Lokal in Oerlikon. Die Welt war noch in Ordnung, wir zählten zu den ersten Gästen und hatten den besten Tisch ergattert. Friedlich sassen wir vor unserem Glas Prosecco als die Tür aufging und eine Horde Kleinkinder hereinstürmte, dicht gefolgt von zwei Kinderwagen und den dazugehörigen Erziehungberechtigten. Nanu, dachten wir uns, ist das wirklich deren Ernst? Doch dem war noch nicht genug. Gerade als wir damit anfingen, genüsslich über den Tussi-Tisch in der Mitte des Raumes herzuziehen, öffnete sich die Tür abermals und es spülte nochmals einen halben Kindergarten voll Zwerge hinein. Ja, welche Mutter denkt denn, dass es nichts spannenderes für Kinder gibt als ein paar Stunden ruhig am Tisch zu sitzen? Keine? Ach so, der Nachwuchs soll also ruhig am Buffet herumtoben und Teller zerscheppern? Wir bemühten uns wirklich (so ca. 30 Sekunden lang), Verständnis für die sabbernden Monster mit nutellabesuddelten Händen aufzubringen. Nervten uns dann aber einfach umso mehr über die hilflosen hektischen Mütter, die alle paar Minuten erfolglos versuchten, die kleinen Terroristen mit salbungsvollen Worten wieder einzufangen. Dass sich zwischendurch einer der Kinderwagen verselbstständigte und Richtung Buffet rollte, mal ganz abgesehen. Immerhin reagierte das Servicepersonal goldrichtig, als unser Tisch etwas später beim Versteckis herhalten sollte und aus zwei Ecken die „ich-bin-müde-und-will-jetzt-heim“-Sirene losging: sie offerierten uns, ohne zu zögern, ein weiteres Glas Prosecco.

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