Waschtrommel – 18.07.2006

Wie sagt man jemandem, dass er ein schlechter Küsser ist? Sagt man es überhaupt? Wie kann man davon ausgehen, dass man selber ein Meister auf dem Gebiet ist? Unter Frauen ist schnell eine Meinung gefunden: Schlabbermünder, Bussi-Geber und vor allem Wachtrommeln kommen nicht zum (Hand)Kuss. Da trifft man seinen Traumpartner, diese ominöse Spannung liegt in der Luft, die Augen schliessen sich, die Lippen kommen sich langsam näher und dann … die totale Konsternation. Unverständnis. Schock. Na gut, denkt man optimistisch, vielleicht wirds ja noch besser. Aber es wird nicht besser. Man ist vor den Kopf geschlagen und versteht die Welt nicht mehr. Die meisten greifen zu fadenscheinigen Ausreden, um die andere Person nicht zu brüskieren, sich aber trotzdem aus dem Staub zu machen. Einige fangen ob der Groteske der Situation zu Lachen an. Eine Erklärung erübrigt sich dann meist. „Du, daran müssen wir noch arbeiten“ ist wohl aber eher ein seltener Satz. Tja, schlechte Küsser sind eben wie das Glacé, auf das man sich so sehr gefreut hat – und welches dann beim ersten Schleck vom Stiel fällt.

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