Wenn ich einmal alt bin – 13.06.2006

Werde ich nicht zu Stosszeiten die ÖV benutzen (und auf einen Sitzplatz beharren). Nie zu Randzeiten in die Post gehen. Keinesfalls am Samstag meine Einkäufe erledigen (und die zwei Natur-Joghurt mit falsch abgezähltem Münz bezahlen). Mich nicht im Sprüngli vordrängeln. Mich generell nicht vordrängeln und den Eindruck erwecken, dass es um eine Frage von Leben und Tod geht (auch wenn Letzteres so abwegig nicht wäre). Bestimmt nie unter der Woche mit meiner Wandergruppe den 7h30 Zug von Zürich nach Bern nehmen. Erst gar nicht wandern. Schon gar nicht mit Stöcken. Nicht zur Hauptsaison in die Ferien fahren und ein familienfreundliches Hotel buchen (moment… das tue ich ja bereits jetzt nicht!). Nicht von den guten alten Zeiten schwärmen und über den Sittenzerfall der heutigen Jugend herziehen. Selbstverständlich keine unförmigen braunen Gesundheitsschuhe tragen, die nur zu beigen Stützstrumpfhosen und violettweissen Haaren passen. Aber eines, eines, werde ich trotzdem voller Wonne nach alter Sitte und Gebrauch tun: Meinen Enkeln die dreckige Wange mit Daumen und Speuz abwischen!

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